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“Clickworking, was ist das?”

war der Titel des Vortrages, den Torsten Sommer, MdL, beim Fellowshiptreffen in Düsseldorf am 29.07.2015 hielt.

Sein spezielles Interesse am Thema ergab sich aus seiner Mitgliedschaft u.a. im Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales, aus seiner vormaligen Betriebsratstätigkeit und aus seiner Bewandertheit in der Informationstechnik.

Nachdem der Chronist kurz vom ECM15 berichtet hatte, folgte die Vorstellungsrunde.

Danach stellte der Referent zunächst in wissenschaftlicher Gründlichkeit kurz die Evolution menschlicher Arbeit dar, deren vorläufiger Endpunkt beispielsweise Clickworking ist.

Der Begriff Clickworker wurde von der NASA (der US-Behörde mit den zwei “A”) anlässlich eines Projektes im Jahr 2000 erfunden, bei dem eine große Schar wissenschaftlicher Laien im Internet Fotoaufnahmen der Marsoberfläche auswertete. Eine solche Freiwilligentätigkeit wäre zwar sicherlich ein interessantes Phänomen, aber eher am Rande für jemanden, der sich mit der Zukunft der Arbeit beschäftigt, denn gerade die Astronomie ist traditionell ein Bespiel für die fruchtbare, wissenschaftliche Betätigung von Laien.

Inzwischen jedoch arbeiten Clickworker “freiberuflich” für Unternehmen. Es gibt auch Portale, die der Referent uns zeigte, die entsprechende Aufträge vermitteln.

Dabei ist die Bewertung dieses Modells ambivalent, wie der Referent ausführte. Einerseits bietet es eine Chance zur Erwerbstätigkeit für Menschen, die einer meist leicht zu erlernenden Tätigkeit in freier Zeitgestaltung von zuhause aus nachgehen möchten. Andererseits kann man sich dem Eindruck nicht verschließen, dass diese Beschäftigung meist recht prekär ist. Solange eine solche Tätigkeit neben einer anderen Berufstätigkeit ausgeübt wird, mag sie ein willkommenes Zubrot sein; aber wenn sie die einzige Erwerbsquelle darstellt, kann man sich der Notwendigkeit sozialen Schutzes dieser Clickworker kaum verschließen.

Allerdings stellt sich eine Regulierung wegen der Übernationalität des Internets als schwierig dar.

Torsten Sommer hat freundlicherweise den Inhalt seiner Folien in einem Format, welches einem Offenen Standard entspricht, zur Verfügung gestellt.

In der Diskussion wurde zunächst die Frage erörtert, wo der geeignete Ort für eine Regulierung sei. Man kam schnell zu dem Schluss, dass eine Regulierung beim auftraggebenden Unternehmen anzusetzen hat und möglichst aufgrund internationaler, allerdings noch zu schaffender Standards erfolgen sollte.

Die Diskussion wurde dann allgemeiner. Torsten berichtete von der Bedeutung des Freifunkes für Flüchtlinge und über die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung seiner Heimatstadt Dortmund.

Da er im Landtag auch Mitglied in der neu konstituierten Verfassungsänderungskommission ist, erörterte er mit uns auch Fragen des Verhältnisses der plebiszitären Gesetzgebung zur parlamentarischen.

In diesem Zusammenhang wies er auch auf die Regelungen zur Begrenzung der Gültigkeitsdauer und zur Evaluierung von Gesetzen hin. Der Chronist schlug vor, dass die Evaluation von Gesetzes nur auf der Grundlage von Open Data erfolgen sollte. Dies würde die entsprechenden Stellungnahmen und Gutachten für jedermann nachvollziehbar und damit kritisierbar machen.

Es folgte also dem interessanten Vortrag noch eine lange Diskussion, die nur dadurch endete, dass die meisten zwecks Schlaf die Heimreise antreten mussten.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 26.08.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Werner Koch wird bei uns “probehalber” einen Vortrag halten, den er danach vor hochkarätigen Experten halten wird. Der Titel ist: “Sicher verschlüsseln mit GnuPG”. Manche werden sich fragen: Hatten wir das nicht vor Kurzem schon einmal? Mit demselben Referenten? Werner hat mir aber erklärt, dass der Schwerpunkt seines Vortrages nicht auf dem sicheren Verschlüsseln von Emails liegt, sondern behandeln wird, was man mit GnuPG noch so alles sinnvoll “anstellen” kann. Also auch für die, für die Emailverschlüsselung ein alltäglicher Vorgang ist, verspricht es ein interessanter Vortrag zu werden.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

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