Software Freedom Day 2019 in Berlin

Am vor-vergangenen Samstag (oh wie die Zeit vergeht) fand wie in jedem Jahr zum dritten Samstag im September der Software Freedom Day statt.

Rock the Software Freedom DayDer Software Freedom Day ist ein weltweit genutzter Tag im Freie Software und die vielen Menschen die die FLOSS Community bilden zu feiern und sie bekannter zu machen. In Berlin hat die lokale Gruppe der FSFE in Kooperation mit der Berliner Linux User Group (BeLUG) und dem Individual Network Berlin (IN-Berlin) ein kleines Event am Nachmittag organisiert gehabt zu dem rund zwei Dutzend Menschen gekommen sind.

Neben Info Flyern und Stickern zu Projekten von FSFE, BeLUG, IN-Berlin und Open Source Seeds gab es leckeren Kuchen und ein kleines Vortragsprogramm.

Zu diesem Programm gehörten den Nachmittag hindurch drei Vorträge zu unterschiedlichsten Themen aus dem “Alltag” von GNU/Linux Nutzerïnnen.

Zusammenfassung des Ablaufs vom Software Freedom Day 2019 in Berlin

Den Anfang hat Bücherratten gemacht mit einer ausführlichen Einführung in die BASH-Programmierung und einige Gimmicks, die einige auf der Kommandozeile zur Verfügung stehenden Befehle bieten. Aquarien, Superhelden, Lokomotiven–alles drin in der CLI.  Neben den Folien gab es auch immer gleich ein lebendiges Beispiel bei der BASH-Programmierung, so dass die Grundlagen schön anschaulich vermittelt wurden.

Die Folien des Vortrags sind derzeit nicht online verfügbar. Sollte sich das ändern wird es hier ein Update geben.

Nach einer kurzen Pause hat Rebeka Catalina Trulsen im Anschluss einen Lightning Talk über das Monitoring Tool monit gehalten.

Folie aus dem Vortrag über monit von Rebeka Catalina Trulsen

monit ist ein kleines, aber mächtiges Werkzeug zum routinemäßigen Überwachen von UNIX artigen Betriebssystemen. Mit monit kann man nicht nur die unterschiedlichsten Dinge (Server Erreichbarkeit, Vorhandensein und Konsistenz von Dateien und dem Status von Diensten) überwachen, sondern auch mittels einer einfachen Konfiguration automatisch Maßnehmen ergreifen für den Fall eines Problems.

Ein tar Archiv mit allen für den Vortrag benötigten Dateien kann auf den Seiten der Referentin bei der BeLUG gefunden werden.

Zum Abschluss der Vortragsreihe habe ich den Gedanken von Erik Albers von der letztjährigen Bits und Bäume Konferenz (bzw. Chaos Camp) Über die Nachhaltigkeit von Software zu denen ich leider beides mal nicht kommen konnte, und ein über die Nachhaltigkeit von Software gesprochen.

Über den Nachhaltigkeits-Aspekt Freier Software

Nachhaltigkeit ist so ein Ding, das es in meinem (bewusst wahrgenommenen) Leben schon immer gegeben hat. Von daher fand ich es mal unheimlich interessant zu schauen in wie fern man den Begriff in die Welt der Software und insbesondere auf Freie Software anwenden kann, und wo die Public Money? Public Code! Kampagne mit einfließt.

Die Folien des Vortrags sind wie üblich in meinem git Repository für Vorträge zu finden. Ein Handout gibt es diesmal leider nicht.

Ok eventuell nicht ganz der “Alltag” aller Nutzerïnnen, aber sehr nützliche Werkzeuge die den Alltag aller Nutzerïnnen vereinfachen können. Abgesehen von den angeregten Diskussionsrunden nach den Vorträgen zu dem jeweiligen Thema fand sich nach dem Programm noch ein wenig Zeit um über FLOSS in anderen Einsatzgebieten, wie z.B. der Forschung oder bei Bastelprojekten mit RasPi & Co zu sprechen.

Vielen Dank allen, die Veranstaltung möglich gemacht haben. Besonderen Dank den Referentïnnen und lieben Menschen, die sich um den Kuchen, den frischen Kaffee und das auf und abschließen der Räume gekümmert haben. Und danke auch an alle die sonst so da waren und einfach nur mit Diskutiert haben :-)

Salonabend im Schätzchen: Vortrag über das Fediverse

Titelfolie des VortragsZum Ende der Sommerpause der Salonabende im Schätzchen, dem Café für Schöne Dinge & Salonkultur, war ich am 10. August eingeladen, einen Vortrag über das Fediverse und Friendica als Alternative zu den kommerziellen Plattformen wie Facebook, Instagram und nebenan.de zu halten.

Friendica ist eine Social Media Plattform, die im Sweetspot zwischen dem Fediverse und der Federation gelegen (da liegen auch Hubzilla und seit kurzem SocialHome) versucht seinen Nutzerïnnen zu ermöglichen mit möglichst vielen Kontakten an einem, für sie, zentralen Ort interagieren zu können. Wobei nicht nur mehrere offene Protokolle für die Kommunikation unterstützt werden, sondern auch Brücken zu einigen kommerziellen Plattformen geschlagen werden, so deren API das zulässt.

Das Fediverse ist ein Netzwerk von unterschiedlichen Social Media Plattformen, die alle als Freie Software umgesetzt sind. Die Knoten des Netzwerks, also die einzelnen Installationen bzw. Dienste, kommunizieren dabei über offene Protokolle mit einander, ähnlich wie man es von E-Mails her kennt. Damit können die Nutzerïnnen der einzelnen Dienste im Fediverse, über die Grenzen der jeweiligen Dienste hinweg, mit allen anderen Nutzerïnnen interagieren. Historisch gesehen, war das verbindende Protokoll dabei lange OStatus, welches ursprünglich von identi.ca und dem StatusNet Projekt eingesetzt wurde, seit 2018 wird OStatus immer mehr von ActivityPub als für das Fediverse definierendes Protokoll abgelöst. Die Federation ist historisch gewachsen als Netzwerk der Plattformen, die das Protokoll des diaspora* Projekts implementiert haben (in der Abbildung das graue Oval).

Protokolle, die von FLOSS Social Network Plattformen verwendet werden

Zum Fediverse (in obiger Abbildung das grüne Oval) gehören inzwischen eine ganze Reihe von Social Media Plattformen. Von Facebook ähnlichen wie Friendica oder Hubzilla, über Kurznachrichtendienste wie GNU social, Mastodon, Misskey, Pleroma bis hin zu Foto-Sharing Plattformen wie Pixelfed, Video Plattformen wie Peertube oder Plattformen zum Veröffentlichen von Podcasts und Musik wie Funkwhale und noch etlichen anderen mehr.

Getreu dem Motto Fediverse First kann man natürlich auch von den Plattformen im Fediverse die veröffentlichten Beiträge an Accounts in den kommerziellen Plattformen als Sekundärverwertung weiter leiten, wenn man denn unbedingt möchte.

Die Folien und das Paper zum Vortrag können in meinem git Repository auf git.fsfe.org gefunden werden. Wer lieber mit einem halben Ohr hin hören möchte, dem empfehle ich die erste Staffel des Podcasts Besser! Der Podcast mit ausführlichen Vorstellungsepisoden zum Fediverse und einzelnen Plattformen.

Eingang zum Schätzchen mit I love Free Software Ballons

Vielen Dank an Britta und Kai für die Einladung und das Organisieren dieses netten Abends! Hat Spaß gemacht, insbesondere die Diskussionsrunde im Anschluss an den Vortrag. Einige der aufgekommenen Punkte habe ich noch ins Paper zum Vortrag mit aufgenommen.

Das Schätzchen findet Ihr in der Marienburger Straße 5a in Berlin (Prenzlauer Berg). Website: www.schaetzchenberlin.de

Saatgut wie Software

Infostand bei der 100 Jahr Feier der KGA Wiesengrund Am vergangenen Samstag hat die Kleingartenanlage Wiesengrund in Berlin Köpenick ihren hundertsten Geburtstag gefeiert. Eine Kleingärtnerin und Unterstützerin Freier Software hatte uns von ihrer Idee erzählt unter dem Motto 1919 – 2019 – 2119 , was war, was ist, was wird nicht nur zu feiern sondern auch ein wenig zu informieren.

Nach dem, was uns berichtet wurde, hörte sich das nach einer guten Gelegenheit an mit Menschen über Freie Software zu sprechen die sonst wahrscheinlich eher keinen Kontakt zu der Materie haben. Und um nicht nur Freie Software und die Commons im Allgemeinen dabei zu haben, nahmen wir das Kapitel “Saatgut wie Software” aus dem Begleitbuch zur Bits und Bäume Konferenz als Aufhänger und boten den Kleingärtnern Informationen zu Open Source Seeds und Freier Software an einem kleinen feinen Infostand unter einem ebenso kleinen und feinen Sonnenschirm an.

Saatgut wie Software, frei unterm SonnenschirmIch denke die meisten der Kleingärtner die zur Geburtstagsfeier gekommen sind waren weder wegen des Besuchs des Bezirksbürgermeisters noch wegen der feilgebotenen Informationen da. Die meisten wollten einfach nur feiern und das gute Wetter genießen, nachdem die Wolken einmal aufgerissen waren.

Einige Weniger schlenderten dann aber doch an den Kleintieren vorbei und verharrten einige Augenblicke bei uns am Stand um sich auf ein Gespräch einzulassen. Die Existenz des F-Droid Stores für FLOSS-Applikationen für Android-Geräte stieß auf reges Interesse, beim Thema Freifunk zur eventuellen Versorgung der Anlage mit WLAN spitzten sich die Ohren einiger, und auch die Public Money, Public Code! Idee kam gut an. Nun gehört auch die Feier schon zur Vergangenheit der Kleingartenanlage – habt gute weitere 100 Jahre, vielleicht ja auch mit Open Seeds im Garten, Freifunk in der Luft und Freier Software auf den digitalen Endgeräten.

Vielen Dank für die Einladung @Sonja war ein netter Nachmittag Abseits der ausgetretenen Pfade unserer Infostand Locations.

Netzfest19 am Gleisdreieck

Im letzten Jahr gab es das erste Netzfest als Abschlussveranstaltung der re:publica im Berliner Park am Gleisdreieck. Am vergangenen Wochenende fand nun das zweite Netzfest statt. Dieses mal vor der re:publica, dafür aber auch zwei Tage lang. Wir von der Berliner Unterstützer*innen Gruppe der FSFE waren wieder mit einem Stand dabei.

Der Hashtag zum Netzfest19 auf dem Boden des TechnikmuseumsLeider war nicht ganz so gutes Wetter wie im letzten Jahr. Im Gegenteil, es herrschten im Vergleich fast arktische Temperaturen. Immerhin hielt sich der Regen zurück und so kamen dann doch etliche Menschen, gezielt zum Netzfest oder einfach so zum Wochenendspaziergang durch den Park am Gleisdreieck und bei uns am Stand vorbei.

FreeYourAndroid Presentation am FSFE Stand auf dem Netzfest

Unser Stand lag auf halben Weg die Ladestraße des Technikmuseums rauf, direkt am Anfang der Stände vom Park aus gesehen. In guter Nachbarschaft mit dem Berliner Beauftragten für Datenschutz, dem Deutschen Senioren Computer Club, der Cryptoparty und dem Naturkunde Museum.

Und mal abgesehen von unmenschlichen Zeiten am frühen Morgen, gab es kaum einen Zeitpunkt wo mal kein interessierter Passant am Stand war und sich über Freie Software im Allgemeinen, ForksFree Your Android oder Public Money Public Code informierte.

Ich freue mich schon auf’s nächste Jahr, Dann hoffentlich wieder mit etwas besserem Wetter. Obwohl für einen kleinen Sonnenbrand hat es gereicht, also so schlimm kann das Wetter gar nicht gewesen sein ;-)

Slogans für die Berlin gegen 13 Demo

Beim letzten Treffen der FSFE Unterstützer*Innen in Berlin haben wir u.a. auch über die für den kommenden Samstag (23. März) geplante Berlin gegen 13 (bzw. der europaweiten Save The Internet) Demo gesprochen. Auch wenn die FSFE es wunderbarer Weise geschafft hat die Upload Filter für Freie Software zu verhindern

“Providers of services such as open source software development and sharing platforms, not for profit scientific or educational repositories as well as not-for-profit online encyclopedias are also excluded from this definition.”

Gibt es weiterhin viele gute Gründe am 23. gegen diese Reform mit auf die Straße zu gehen. Katarina Nocun hat in ihrem Denkangebot Episode 3 eine wunderschöne Zusammenfassung erarbeitet. Nicht nur im Bezug auf Artikel 13.

Damit am Samstag nicht nur Wir sind [die|keine] Bots auf den Schildern zu lesen steht (auch wenn ich diese Reflexion des Vorwurfs, dass die Demonstranten alles von Google gesteuerte Bots sind überaus sympatisch finde), haben wir uns beim Treffen ein paar andere Slogans überlegt, die ihr gerne verwenden könnt:

  • “Intellectual Property: No such file or directory”
  • “Copyleft statt Copyright” (mit Verweis auf www.copyleft.org)
  • “Nicht zu wenig; zu viel Urheberrecht ist euer Problem”
  • “Copying is no theft” (youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4)
  • “Plagiarism is the greatest form of flattery” oder Alternativ als “Copying is the greatest form of flattery”
  • Die vier Freiheiten “Use, Study, Share, Improve” bzw. abgewandelt zu “Use, Study, Share, Remix”
Viel Spaß beim Schilder bemalen!

Salonabend im Schätzchen: Passwörter im gemütlichen Ambiente

Eingang zum Schätzchen mit I love Free Software Ballons
Eingang zum Schätzchen mit I love Free Software Ballons

Anfang des Jahres hatte ich aus aktuellem Anlass im Rahmen des Treffens der Berliner Unterstützer*innen der FSFE einen Vortrag zu diesem Teilthema der digitalen Selbstverteidigung gehalten; Sichere Passwörter und deren Management. Zu dem Zeitpunkt köchelte gerade ein neues Datenleak durch die Presse und erregte die Aufmerksamkeit der Menschen auf der Straße.

Kai Mertens, eine der treibenden Kräfte vom Zerocat Projekt und Mitfellow in der berliner Runde,. konnte leider nicht zum Treffen Anfang Januar kommen, hatte aber die Idee wir könnten doch den Vortrag an einem der kommenden Salonabenden im frisch eröffneten Schätzchen, dem Café für Schöne Dinge & Salonkultur, wiederholen. Im Rahmen des “nach außen hin öffnen”, das wir in der Gruppe immer wieder versuchen, war alsbald der Abend des 23. Februars verplant. Die Folien sind ein wenig umorganisiert worden, aber vom Inhalt her, könnt ihr euch einfach die oben verlinkten Unterlagen ansehen.

Ein gutes Dutzend Menschen, ein bunter Mix aus Laufkundschaft von der Straße spontan überredet in die warme Stube zu kommen, bis zu eingefleischten Computer-Kennern, kam. Folgte dem Vortrag und begab sich im Anschluss auf eine muntere Diskussionsreise über Passwörter, zur Freien Software, der aktuellen Public Money? Public Code Kampagne und wie man deren Forderungen in der Gesellschaft noch anstoßen kann, bis hin zum Fridays for Future Streik der Schüler fürs Klima.

Gemütliche Atmosphäre im Schätzchen
Gemütliche Atmosphäre im Schätzchen

Vielen Dank an Britta und Kai für die Einladung und das Organisieren dieses netten Abends! Ich hoffe wir können so einen Salonabend bei Gelegenheit mal wiederholen. Hat Spaß gemacht.

Das Schätzchen findet Ihr in der Marienburger Straße 5a in Berlin (Prenzlauer Berg). Website: www.schaetzchenberlin.de