leenas blog

17/06/2009

Die wahre Prioritätensetzung der Union.

Filed under: Deutsch — lsimon @ 12:35 pm

Dass die Petition jetzt über 130 000 Unterschriften hat und damit die bisher größte Onlinepetition geworden ist, ist ja ein echter Erfolg und zeigt, wie unerwünscht das Gesetz zur Internetsperrung ist. Dass Ursula von der Leyen wo sie geht und steht von Zensursulaplakaten begleitet wird irgendwie auch. Mittlerweile hat es sich die SPD auch total versaut, weil sie bei ihrem Parteitag das Thema nicht behandelt hat, “da die Diskussion medial unerwünscht ist“. Die passende Demo gibt es auch schon wobei die Hoffnung, als Volk in der Herrschaft des Volkes noch was zu sagen zu haben immer weiter verblasst.
So schwanken wir hin und her zwischen Erfolg und dem endgültigen Glaubensverlust an demokratische Prozesse und merken kaum mehr, wenn die CDU in einer Presseerklärung so was hier raus haut:

Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.

Wenn ich mich recht entsinne nennt man bei der Verwendung “bis hin zu…” das kleinere (in dem Fall) Übel als erstes und das große zuletzt.
(Beispielsatz: Von kleinen Fischen bis hin zu den ganz großen Bossen waren alle anwesend. – Anders herum würde diese Formulierung irgendwie seltsam klingen, oder?)

Da sehen wir mal die Prioritätensetzung der CDU: von der Vergewaltigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechsverletzungen. Die Vergewaltigung kleiner Kinder wird an der Stelle des kleineren Übels genannt! (Freud lässt grüßen!)
Und dann sehen wir, was die Kinderpornografie für die CDU ist: das Vorhängeschild. Eine Moralkeule, mit der man alle erschlagen kann, die sich gegen das was dahinter steckt wenden. Aber die wahre Priorität ist offensichtlich: Der Kampf gegen Kinderpornografie hätte die nie interessiert, wenn es ihnen nicht zu etwas dienen würde. Und das ist das ekelhafte an der Sache. Das was sie den Zensurkritikern vorwerfen, machen sie selbst in viel perfiderer Art und Weise: Sie instrumentalisieren das Thema für ihre Zwecke und vermitteln den Eindruck, dass sie sich darum kümmern, während sie nicht einmal die eigentlichen Opfer befragen, und im Endeffekt ein beruhigtes Gewissen auf ein ungelöstes Problem legen.

Das ist einfach nur widerlich!

15/06/2009

Seminar zum Bildungsstreik in Potsdam: Netzpolitik und (Freie) Software als emanzipatorisches Thema

Filed under: Uncategorized — lsimon @ 2:48 pm

Am Dienstag, 16.6.09 um 10.00 Uhr gebe ich im Rahmen des Bildungsstreiks. Treffpunkt ist das Café Eselsohr am Campus Griebnitzsee an der Uni Potsdam.
Würde mich freuen, wenn es der eine oder die andere einrichten könnte zu kommen. Und darum wird es gehen:

Netzpolitik und (Freie) Software als emanzipatorisches Thema

Software und das Internet werden in unseren Leben immer wichtiger und kontrollieren bzw. koordinieren einen immer größer werdenden Lebensbereich. So wie vor 30 Jahren die Umweltpolitik darum kämpfte ernst genommen zu werden, ist es heute die Netzpolitik, die um Aufmerksamkeit kämpft.
Wer Software bedienen kann, hat große Vorteile, hat Macht; wer sie herstellen und kontrollieren kann, noch mehr. (Dafür muss man sich nicht die Trojaner und Viren ansehen, die im Internet kursieren. Es reicht sich vor Augen zu führen, wie groß beispielsweise die Zeitersparnis ist, die eine gute Literaturverwaltung bei der Abschlussarbeit bringt. Zeit, die man in den Inhalt der Arbeit stecken kann und somit zum Vorteil wird.) Wer Software kontrolliert, die Millionen Menschen benutzen, hat Macht, die meistens von keinem demokratischen Mechanismus kontrolliert wird. Wer von Technik (in diesem Fall Software) abhängig ist, die er/sie nicht bedienen kann begibt sich in Abhängigkeit von denen, die es können. Gerade deshalb ist es so verwunderlich, warum die meisten Frauen auf eine Beteiligung an dieser „Macht“ gar nicht so viel Wert legen.
Dabei kann die Netzpolitik-Bewegung die weibliche Partizipation sehr gut gebrauchen und wirbt auch darum. Die Freie-Software-Bewegung hat gezeigt, dass es sich um eine hochpolitische Thematik handelt, die Frauen auch fernab von Technik, auf politischer Ebene ansprechen kann.
Im Seminar soll erörtert werden, weshalb die Beteiligung der Frauen an Computerthemen, besonders auch aus emanzipatorischer Sicht, so wichtig ist, welche Beiträge Frauen in der Netzpolitik leisten und auf welche Wege Frauen für das Thema gewonnen werden können.
Termin: Dienstag, 10.00 Uhr Treffpunkt Café Eselsohr, Griebnitzsee

09/06/2009

Watch: “Home”

Filed under: English — lsimon @ 11:43 am

I strongly recommend to watch the documentary “Home” by Yann Arthus-Bertrand.

Really really good work.

Filmtip: Home

Filed under: Deutsch — lsimon @ 11:34 am

Ein wirklich sehr sehr sehr empfehlenswerter Film: Home von Yann Arthus-Bertrand

Es handelt sich um einen Dokumentarfilm mit atemberaubend schönen Bildern (also möglichst in guter Qualität ansehen) von unserem Planeten und einer wirklich guten Erklärung darüber wie er sich entwickelt hat und wir ihn verändern und was wir damit anrichten.
Nicht polemisch, nicht manipulativ, schlicht und dennoch (oder geade deshalb?) sehr überzeugend, lehrreich und beeindruckend.
Seht ihn euch an und ihr werdet ihn auch weiterempfehlen.

02/06/2009

Buchtipp

Filed under: Deutsch — lsimon @ 6:49 pm

Ein wirklich gutes und lesenswertes Buch möchte ich euch empfehlen:
“Marke Eigenbau – Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion” von Holm Friebe und Thomas Ramge
Liest sich fast so leicht wie ein Roman, ist aber ein echt gutes Sachbuch.

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