Sold Out! Majestyx goes to Chaos

Die Fähigkeit, einen anderen zu lieben, ohne danach zu fragen, ob man wieder geliebt wird, ist die reife Liebe des autonomen Menschen, der keinen anderen manipuliert und auch selbst nicht manipuliert werden kann und will. Peter Lauster, Die Liebe. Psychologie eines Phänomens #ilovefs

Unter dem Motto: #tuwat fand vom 27.12. bis 30.12.2017 der Chaos Communiation Congress, diesmal in Leipzig, statt. Von Berlin aus wirklich nur ein „Katzensprung“.

Die Orga des Chaos Clubs, die Engel, alle Freiwilligen und die Intergalaktische Atmosphäre machen das Besondere am Congress aus. Und diesmal waren es große Messehallen die bespielt werden wollten. Ein ganz besonderes Danke hier nochmal an alle, die dort auch im Hintergrund tatkräftig mitarbeiteten.

Die FSFE hatte ihren Stand im „Legal & Law“ Corner, neben Amnesty International, der Humanistischen Union, FifF und den Aktiven von LQdN. Und kaum war fertig aufgebaut gab es gleich die ersten interessanten Gespräche. Ja, es gibt immer noch „angehende“ und „frische“ Informatiker*innen, die sich noch gar keine Gedanken um Copyleft und #swpat gemacht haben. Es gibt auch immer noch Menschen, die „gar nix“ von der FSFE wissen.

Über meine Social Media Kanäle bei der BeLUG sowie GNUSOCIAL schrieb ich unter dem Hashtag #34C3, dass wir am Stand der FSFE gerne bei der Installation des FDROID Shop behilflich sind, im Rahmen der laufenden Kampagne #FreeYourAndroid – Immerhin rund 10 Menschen fanden sich im Laufe der 4 Tage alleine bei mir ein um „on the fly“ zu wechseln.

Dabei traten immer wieder die folgenden Probleme oder Fragen auf:

Q: „Wenn mein Vater (Vater: Synonym für den allgemeinen Benutzer ohne IT Kenntnisse) den XY- Elektronik Markt betritt und sich ein Gerät von der Stange nimmt, muss bei Inbetriebnahme ein Konto bei #fuckoffgoogle erstellt werden. Kann ich dann trotzdem den FDROID benutzen?“

A: Ja, das geht. Allerdings muss der Benutzer sich dann bei Apps entscheiden, die in beiden Stores angeboten werden, über welchen Store er diese pflegen und warten möchte. Beispiel: eine App namens Telegram die unter dem #Fuckoffgoogle Playstore installiert wurde, wird im FDROID Shop erkannt und wenn FDROID ein Update für die entsprechende App bereithät und der Benutzer dieses Update annimmt, kommt es zu Signaturfehlern. Ich empfehle den Benutzern deswegen immer:

Q: Alle systemrelevanten Apps, die als Systemdienste von #Fuckoffgoogle mit im Android System verankert sind, auch über dessen Store zu pflegen. ?

A: Ja, denn schließlich werden auch so Systemupdates ausgeliefert. Alle persönlich genutzten Apps werden dann aus dem FDROID-Store installiert.

So läuft dann bspw. auf solch einem Gerät Google Maps und OpenStreetMap. Android fragt beim ersten Start einer App „Wollen Sie das immer oder nur einmal mit dieser App starten“ Wenn ich mich dann immer für die freie Alternative entscheide schlummern die Spytools im Hintergrund. Ja, ein minimaler Schutz – aber besser als gar keiner.

Hinweis: Ich empfehle ausdrücklich nicht! den Fuckoffgoogle Playstore zu deaktivieren. Denn damit kommen auch eventuell keine Systemupdates auf das Gerät!

Bei meinem Gerät (Hersteller Wileyfox) war es nach einem Werks-Reset nicht möglich, die Einrichtung eines Google Accounts zu überspringen! Fuckoffgoogle meldete mir, das dieses Gerät schon eine #Fuckoffgooogle Konto hatte und wieder haben muss?! Aus meinen vielfachen Gesprächen auf dem Congress weiß ich, dass bei aktuellen Geräten, die „Vati im Elektronikmarkt kaufen kann“ die Einrichtung des #Fuckoffgoogle Kontos nicht übersprungen werden kann. Das ist also kein „bedauerlicher Einzelfall“.

#Fuckoffgoogle sucks! Q.E.D.

Wer die DE Maillinglisten der FSFE mitliest, weiß von der internen Debatte, die ich maßgeblich (und schöön polemisch ;-) ) mit initiiert habe. Und diesbezüglich erwartete mich (und die FSFE) auf dem 34C3 eine ganz besondere Überraschung. Die Menschen von LqdN „pflasterten“ die Congress Wege mit „Anti-Google-, – Facebook-, – Apple und – Amazon-Werbung“. Sie hatten ein Teehaus aufgebaut und informierten ausführlich über die Problematik dieser mächtigen „Datenkraken“. Steuervermeidung, Wettbewerbsstrafen, Datenmissbrauch.

Zwischenfrage: „Ab welcher Summe (Wettbewerbs-Strafe) gilt ein „Unternehmen“ eigentlich als kriminelle Vereinigung?“ ;-)

Auch wurde auf dem Congress darüber informiert, dass in Berlin ein „Google-Campus“ errichtet werden soll, aber auch dass sich bereits Widerstand dagegen erhebt.
Wer sich anschauen will, was dann passiert, der fährt mal mittags zum Campus der Potsdamer Uni :-\

Und das Politische Fass: exitintel.org will ich hier und öffentlich gar nicht erst aufmachen.

Auch ich war auf Protest vorbereitet. Ich habe ein wenig „Guerilla Marketing“ gemacht. Explizit aber die „Sichtliene“ um den FSFE Stand mit meiner Marketing Aktion verschont. Der Steilvorlage der „Genossen“ von #LqdN konnte ich aber nicht widerstehen. Ich fragte, ob ich meine „Zettelchen“ im Teehaus der Privacy Themen auslegen darf. Lächelnd bekam ich das OK.

Schon am zweiten Tag gingen uns bei einigen Motiven die FSFE_T-Shirts der Größe „L“ aus.
Ich sah Menschen die einfach mal „nen Fuffi“ in die Spendenbüchse warfen oder sich auch einfach nur persönlich für unsere Arbeit bedankten.
In den Pausen konnten wir auf Brötchen und Obst zugreifen. Hier nochmals ein Dankeschön an unseren Mit-Fellow Andre, der das organisierte.

In einer dieser Pausen sprach mich der anwesende FSFE Mitarbeiter, bekleidet mit einem Shirt mit „Endgegner“-Aufdruck an, dass sein USB nicht mehr funktionierte. Ich gab ihm Hinweise wo er suchen sollte: Sysctl, Journalctl, dbus, systemd und gvfs vielleicht?! – Ich habe da so meine Erfahrungen. Der Mitarbeiter der FSFE sollte eine (Bash) Shell starten und mal nachsehen. Ich war fassungslos, – der hat ja mal überhaupt keine Ahnung wie man ein GNU/Linux via Shell bedient. OK

Am dritten Tag folgte dann leider ein sehr einschneidendes Erlebnis. Der FSFE Mitarbeiter (mit Endgegner Shirt) wollte mir den Zugang zum FSFE Stand verwehren mit der Aussage ich würde quasi über den FSFE Tisch hinweg Negativ-Werbung machen. Ich fragte ihn nach dem Beweis, den blieb er schuldig und versteifte sich darauf bei seiner Behauptung zu bleiben, um mich dann des FSFE Standes zu verweisen.

Und ich dachte immer: „Wir Fellows finanzieren diese Mitarbeiter“ – Und dann kam Ggeld …. ?!

Er forderte! Alle anderen Fellows am Stand auf, seinen Willen durchzusetzen. Zum Glück erfolglos. Am letzten Tag des Congress fehlten ca 200 Engel am Morgen („Frühschicht“ genannt). Gemeinsam mit einem Fellow, mit ich dem zum Congress fuhr, übernahmen so ganz automatisch täglich die „Frühschicht“ am FSFE Stand. Dieser Fellow war aber auch als Engel angemeldet. Auf Grund des Engel-Mangels übernahm dieser Fellow eine Schicht das Congress-Orga-Team zu unterstützen.
Wäre der Standverweis meiner Person durchgesetzt wurden, wäre der FSFE-Stand bis zum Nachmittag, bis sich der FSFE-Mitarbeiter, wie jeden Tag, am Stand einfand, unbesetzt geblieben.
Danke an alle Fellows sich in dieser Situation Ihre Integrität bewahrt haben.

Ich habe mein menschenmöglichste getan,um die „internen Querelen“ nicht auf den 34C3 zu tragen. Ich nutzte den 34C3 genauso wie meine Social Media Kanäle für meinen Widerspruch zur Situation auf polemische Art. Ich diskutiere gerne und konstruktiv über die Situation. Aber nur und ausschließlich! „Face2Face“ – Ein Fellow aus der AT Gruppe sprach mich zur Problematik an. Wir zogen daraufhin große Runden in den Kongresshallen und (dafür danke nochmals) der Nichtraucher ging sogar mit mir auf den zugigen Raucherbalkon :-) – Auch sein Fazit: „Geht doch, mit dem Majestyx kann mensch auch konstruktiv reden“.
Auf den Sozialen Medien wurde ich angegangen, ein Fellow konnte nicht verstehen, dass ich „ein Problem“ habe und trotzdem hinter dem FSFE-Stand stehe. (Auch dieser Fellow war nicht auf dem 34C3) Tja, ich bin eben nicht eindimensional – meine Antwort :-)

Der Schluss ist schnell erzählt: Abschlussveranstaltung, Abbauen, Umarmungen und Verabschiedungen bis zum nächsten Mal. Kalter Bahnhof und Abreise ins „Smombifizierte Graue(n)“

Disclaimer: Ich schreibe das hier auf, weil ich von Fellows, die nicht auf dem 34C3 waren, schon angesprochen wurde und diese „besser Bescheid“ wussten was (angeblich) am Stand gelaufen ist?!

Hacking for Freedom! #FuckoffGoogle #Cyberpeace #tuwat !1!!