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By torsten.grote, on January 23rd, 2012 Soziale Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder Google+ haben eines gemeinsam: Sie sind zentral organisiert und werden jeweils von einer einzigen Firma beherrscht. Bei Deutschlandradio Wissen sprach ich heute (MP3) über sinnvolle Alternativen in Form von dezentralen sozialen Netzwerken. Im Gegensatz zu ihren zentralisierten Pendants laufen diese mit Freier Software auf vielen verschiedenen Servern, die auf Basis Offener Standards ein gemeinsames Netzwerk bilden. Damit hat kein Server-Betreiber die alleinige Macht über die sozialen Interaktionen und die Daten aller Teilnehmer, sondern lediglich über die Daten auf seinem Server. In Kombination mit Freier Software und Ende-zu-Ende Verschlüsselung wird diese Macht weiter reduziert.
Bei Netzwerken wie Facebook hat eine Firma alle Macht über die Plattform. Das gesamte Erscheinungsbild sowie auch die Nutzungsbedingungen können nach Belieben der Firma jederzeit geändert werden. Inhalte können zensiert und Menschen von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Wer nicht mitmachen will, wird zunehmend sozial isoliert. Auf alternative soziale Netzwerke wechseln und trotzdem die sozialen Kontakte mitnehmen ist unerwünscht und deswegen sehr schwer. Facebook bestimmt also was möglich ist und was nicht. Neben dem vendor lock-in tritt hier noch social lock-in auf, der noch viel gefährlicher ist.
Initiativen wie Diaspora und Friendica haben es sich zum Ziel gesetzt, derartige Plattform-Monokulturen aufzubrechen und soziale Interaktion soweit zu öffnen, dass sie nicht an Plattformen gebunden ist, sondern frei vernetzt stattfinden kann. Das wichtigste dabei ist ein Offener Standard, der technisch definiert, wie die Kommunikation zwischen verschiedenen sozialen Knoten ablaufen muss. Für Statusnachrichten gibt es bereits OStatus , aber für alles andere wie Fotos und Veranstaltungen muss sich noch ein Standard durchsetzen. Dabei möchte die vom FoeBuD gestartete Initiative Social Swarm helfen. Nachdem ein Standard gefunden und die Technologie gereift ist, soll eine Kampagne Bewusstsein schaffen und Benutzer zum Umstieg motivieren.
Wirklichen Erfolg in der ganzen Gesellschaft wird solch ein dezentrales soziales Netzwerk aber wahrscheinlich nur haben, wenn die heutigen Platzhirsche ihre Plattformen für andere soziale Knoten öffnen und sich mit ihnen über gemeinsame Offenen Standards verbinden. Ob sie das freiwillig tun werden, darf bezweifelt werden. Vielleicht wird es am Ende auch eine Frage der Politik sein, das Facebook-Monopol zu brechen. Eine Möglichkeit wäre es, Facebook zu verpflichten, sich anderen soziale Knoten zu öffnen. Alle anderen sozialen Netzwerke wie Xing, Google+ oder LinkedIn müssten sich dann ebenfalls anschließen. In einer solchen Entwicklung wären die Benutzer wieder frei, selbst zu entscheiden, mit welcher Software sie auf welchen sozialen Knoten zugreifen und wie sie ihre verschiedenen Identitäten dort mit anderen verknüpfen.
Das wir ein dezentrales soziales Netzwerk als globalen Standard brauchen, steht außer Frage. Die Frage ist nur, wann wir es bekommen werden. Hilf mit bei SocialSwarm oder den anderen Initiativen, damit es schneller geht.
By torsten.grote, on October 22nd, 2011 Im Februar 2010 hatten Leena und ich eine Mail an den Elektrischen Reporter verschickt und uns dort Berichterstattung über Freie Software und benachbarte Themen gewünscht. Jetzt kommt die FSFE fiktiv mit dem Thema Software Patente in einer utopischen Vision über 3D-Drucker vor. Im Jahr 2023 redet der erdachte Aktivist Julian Augustin von der FSFE bei 12:00min darüber, wie wir schon immer vor Software Patenten gewarnt haben, aber niemand auf uns hören wollte.
Wer den ganzen Bericht sehen möchte, fängt bei Minute 7:47 an.
In der Mail wurde auch auf die Wichtigkeit von Dezentralisierung hingewiesen. Dieser Aspekt kommt ebenfalls in der Folge vor, denn am Anfang geht es um (dezentrale) soziale Netzwerke.
By torsten.grote, on October 14th, 2011 The FSF maintains a list of high priority projects. Thanks to The Unarchiver initiative, we are now able to extract recent rar files in freedom and the FSF could remove this item from their list. There used to be a free implementation of unrar, but it is outdated and could only extract very old rar archives.
Packages for the new and shiny Unarchiver are already available for Debian and Gentoo. The initiative that made this possible can also be supported via Flattr.
By torsten.grote, on March 28th, 2011 Last year in November, FSFE hosted its own track at FSCONS around different topics of decentralized (social) networks and free network services. Now the videos of the talks are finally online for you to see. With the exception of one, they are all in WebM format :)
Have fun watching them!
By torsten.grote, on October 6th, 2010 Since Internet services such as Facebook, Twitter and Skype became popular, I began to think about their political implications, especially about how they threaten computer user’s freedom. Within FSFE I developed my ideas more and began to spread them. So I think it is about time that I blog about my activities.
It all began with a talk at Berlin’s Linuxtag 2010 and a follow-up interview with Germany’s Deutschlandradio as well as another German interview with the community Radio Tux.
Out of those interviews and discussions I had with conference participants, the need for a starting point for people interested in the topic arose. That’s why I created the page on Cloud Computing in the FSFE wiki. It is still just a collection of links and definitely needs more work, but it’s a start.
Then there was another talk at the Berlin Linux User group (BeLUG) for which slides are available. My next talk entitled “Centralised Internet Services and Problems of Power” will be in English and discuss problems on an even more abstract level. It will be part of the FSCONS 2010 program on November 6th. If you are there, you are invited to attend! I’ll paste the abstract of the talk below.
Even though the Internet and many of its early services come from a peer-to- peer based design, many of today’s popular Internet services are built in a centralized fashion. Emerging technologies such as Cloud Computing make it easier to scale web-based applications up to millions of users. So not only new services, but also traditional applications are moving into the “cloud” and their software can only be used “as a service”.
This talk will illustrate the trend towards centralised services and explain the reasons for this trend. More importantly, it will show how power is accumulated by service providers and what problems arise from this for users.
It will conclude with some solutions and strategies that can help users to remain in control of their computing and their data.

By torsten.grote, on July 9th, 2010
Gestern Abend traf sich die Berliner Fellowship Gruppe erneut im Newthinking Store und gleich zu Beginn wurde der neue Kicker entdeckt und natürlich auch sofort ausprobiert. Nach dem Kickern fanden wir natürlich auch Zeit ein paar organisatorische Dinge zu besprechen. Diesmal waren das vor allem der Software Freedom Day 2010 an dem wir ein Fest der Freiheit veranstalten wollen. Die neue Praktikantin Maëlle aus Frankreich stellte sich den Berliner Fellows und Fellinen vor und erklärte sich gleich bereit mit Alex unsere Präsenz auf dem diesjährigen BLIT zu organisieren. Andere Themen des Abends waren Convince Your Friends, die Freiheit statt Angst Demo und schicke Laptop Sticker der FSFE. Es war ein schönes Treffen in heiterer Atmosphäre und hat viel Spaß gemacht. Nach dem offiziellen Teil haben wir uns noch mit diversen Getränken und anderen Nahrungsmitteln ausgerüstet und haben uns bei bestem Wetter an die Spree gesetzt.
By torsten.grote, on July 5th, 2010 Am 8. Mai war ich bei der Eröffnung des Debian Edu/Skolelinux Lern- und Testzentrums Berlin-Brandenburg. Es war eine schöne Feier in netter Atmosphäre. Dazu gab es ein leckeres Buffet mit Tuxkuchen.

Das Programm wurde bereichert durch zahlreiche Vorträge, u.A. zu moodle und OpenOffice. Außerdem gab es viele Grußworte zur Eröffnung. Ich überbrachte das der FSFE, weil uns am selben Tag die Theodor-Heuss-Medaille in Stuttgart verliehen wurde.

Von Skolelinux wurde mehrfach betont, dass man die Räumlichkeiten nicht nur für sich allein haben will, sondern sehr an einer Kooperation mit anderen Initiativen aus dem Umfeld Freier Software interessiert ist. Auch eine bessere Kooperation mit dem Edu-Team der FSFE wurde angedacht.
By torsten.grote, on May 18th, 2010 Last weekend, the German Pirate Party had their federal party convent and managed to add two amendments out of hundreds of proposals to their agenda. My text about a free democratically controlled technological infrastructure which includes Free Software, Open Standards, no Software Patents, nor DRM was one of the two accepted. More information can be found in my German blog post.
By torsten.grote, on May 18th, 2010 Vor einiger Zeit habe ich einen zweiteiligen Antrag zu Freier Software, Offenen Standards, Softwarepatenten und DRM für das Parteiprogramm der Piratenpartei geschrieben. Dieses vermisste diese Themen bisher schmerzlich und sprach sich sogar für die Gleichstellung jeglicher Software im Urheberrecht aus.
Die unglücklich benannte AG FLOSS der Piraten und ich haben dann noch eine ausführliche Begründung für den zweiten und wichtigsten Teil geschrieben und dann Antrag dann auf dem Bundesparteitag eingereicht.
Der Parteitag war sehr chaotisch und zu inhaltlicher Arbeit kam man kaum. Am Ende wurde nur eine handvoll Anträge überhaupt zur Abstimmung gestellt und ganze zwei wurden angenommen. Mein Antrag war darunter :) Das zeigt, dass man mit wenig Aufwand (Das Schreiben des Antrags hat nicht mehr als ein paar Stunden gedauert) schon Großes bewirken kann. Wenn alle ein paar Stunden investieren, können wir unglaubliches erreichen. Also los!
By torsten.grote, on April 15th, 2010 Vor einiger Zeit wurde auf der Landesmitgliederkonferenz der Berliner Piratenpartei ein neues Netzwerk speziell für Frauen unter dem Motto “Klarmachen zum Gendern” gegründet. In der dazugehörigen privaten Pressemitteilung ist von einem Schutzraum die Rede, “in dem auch die leisen Stimmen unter den Frauen Gehör finden”. Eigentlich sollte es keinen überraschen, dass es für Frauen in einem von Männern dominierten Umfeld, wie der Piratenpartei, zu Schwierigkeiten kommen kann. Ob es nun gleich einen Schutzraum braucht, um diese Schwierigkeiten zu thematisieren, hätte diskutiert werden können.
Mittlerweile aber wissen wir, dass es durchaus einen solchen Schutzraum braucht. Bewiesen haben das ausgerechnet die Gegner dieser Idee. Schon kurz nach der Ankündigung wurde die Seite der Piratinnen im Wiki der Piratenpartei gelöscht. Es folgte eine Löschdiskussion ganz nach dem Vorbild der Wikipedia. Nachdem man sich gegen eine Löschung entschieden hatte, setzte eine große Diskussion auf der Seite ein. Die männlichen aber auch weiblichen Gegner reagierten sehr emotionalisiert. Man fühlte sich wohl angegriffen. Viele Männer waren der Ansicht man würde ihnen falsches Verhalten vorwerfen. Viele Frauen glaubten, dass man für alle von ihnen sprechen wolle und der geforderte Schutzraum auch für sie notwendig sein solle. Eine geschlossene nichtöffentliche Liste verstoße außerdem gegen das Transparenzgebot der Piraten, meinten diejenigen, die noch nicht verstehen, dass Transparenz nicht immer und überall sinnvoll ist. Die verschickte private Pressemitteilung habe die Presse vom Parteitag abgelenkt und hätte für eine offizielle Pressemitteilung gehalten werden können, so ein anderes Argument. Es hagelte und hagelt zu allem von allen Seiten Kritik. Im Wiki wurde sogar eine Liste der Gegner geführt. Von parteischädigendem Verhalten, Satzungsverstoß und Parteiausschluss war die Rede. Von offizieller Seite kommt keine Unterstützung, stattdessen auch Anfeindungen via Twitter.
Mittlerweile wurde die Initiatorin der Piratinnen sogar vom Berliner Landesvorstand offiziell verwarnt. In der Begründung heißt es unter anderem:
Der Vorstand der Piratenpartei Deutschland Berlin fordert das Mitglied Lena Simon auf, ihre politischen Ideen in Zukunft offen innerhalb der Strukturen der Piratenpartei zu entwickeln.
Dabei liegt, gerade in Anbetracht der heftigen Reaktionen auf Lenas Vorstoß, die Vermutung sehr nahe, dass das eben bisher nicht möglich war. Der große Widerstand zeigt, dass es das auch jetzt immer noch nicht ist. Wenn man nach dem Vortragen seiner Ideen von einer großen Übermacht Männer in Grund und Boden geredet wird, trägt man diese Ideen oder Meinungen vielleicht besser woanders vor oder thematisiert sie gar nicht mehr.
Die Art und Weise wie die Diskussion geführt wird ist nicht nur peinlich sondern verabscheuenswert. In einem mittlerweile gesperrten Blogeintrag “Lena und ihre Häkelgruppe” schrieb jemand
Es bleibt abzuwarten, dass die Domain irgendwann auf ein ein eigenes Blog führt, der einen geschützen Bereich nur für Frauen hat, zu dem man sich nur mit Menstruationsblut anmelden kann.[...]
So bleibt für den außenstehenden männlichen Piraten nur zu vermuten, dass es sich hier um das Pendent zur Fußballgruppe eines Betriebsrates handelt, bei dem auch keine Frauen in die Umkleide gehören – sprich: die Piraten Häkelgruppe. Bei Kaffee und Schnittchen.
Ähnliche Aussagen finden sich auf diversen Blogs und auf Twitter. Die ganze Berichterstattung und Meinungsäußerung zum Thema kann auf einer speziellen Wikiseite der Piraten und auf piratinnen.org verfolgt werden. Ich denke, es bedarf einer wesentlich sachlicheren und auch informierteren Diskussion. Bei diesem Thema denken leider alle, sie könnten qualifiziert mitreden, nur weil auch sie ein Geschlecht besitzen.
Die wohl am häufigsten vertretene Meinung ist, dass es für Frauen gar keine Schwierigkeiten gibt. Die Piratenpartei selbst sei Post-Gender, weil sie offiziell nicht nach Geschlecht frage und unterscheide. Auf die Idee, dass es für einige Frauen eben doch Schwierigkeiten geben könnte kommt leider kaum jemand.
“Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos, wir hätten sie schon.” (Grethe Nestor)
Mittlerweile ist es stiller geworden und Lena hat sich bei den Piraten etwas zurückgezogen. Sie engagiert sich nun neben den Piratinnen noch für ein breiter aufgestelltes Netzwerk von Frauen in der Netzpolitik.
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