Eine Woche nach der Bundestagswahl: Eine kleine Wahlnachlese

Liebe Mitdeutsche,

eigentlich mag ich euch ja sehr gerne. Ich bin — verkürzend zusammengefasst — sehr dankbar, dass ich mit euch in einem demokratischen Rechts- und Sozialstaat leben darf, in dem Meinungs- und Pressefreiheit und seit langem vor meiner Geburt Frieden herrscht; in einem Land, in dem es freie, gleiche und geheime Wahlen gibt; einem Land, dem es — verhältnismäßig gesehen — insgesamt wirtschaftlich sehr gut geht und in dem mir ein sicherer Arbeitsplatz geboten wird.

Aber letzten Sonntag hatte ich es zugegebenermaßen schwer mit euch,

Ich hatte es schwer mit euch,

Eine Woche nach der Wahl kann ich mich heute aber zumindest darüber freuen, dass ihr dieser Union keine absolute Mehrheit gegeben habt, sondern eine Mehrheit im deutschen Bundestag geschaffen habt,

Wie es momentan aussieht, werden sich diese Mehrheiten allerdings leider nicht nutzbar machen lassen. Wieder hat vor der Wahl Ausschließeritis den Ton bestimmt. Wie auch immer nun die Koalitionsverhandlungen ausgehen, sollte man in den nächsten Jahren aber nicht vergessen: In einem Dreierbündnis der SPD mit zwei bürgerrechtsfreundlicheren Parteien wie den Grünen, Piraten, Linken oder der FDP ließen sich gegenüber den Law-and-Order-Kräften in der SPD Bürgerrechte besser verteidigen, und eine progressive Netzpolitik wäre denkbar.

Auf jeden Fall möchte ich zum Abschluss aber noch einmal deutlich machen, dass der Wählerwille bei diesem Wahlergebnis unmissverständlicher und logisch stringenter formuliert wurde als jemals zuvor: Der Wähler wünscht sich eine Rot-rot-grüne Koalition unter der Führung von Dr. Angela Merkel!

2 comments to Eine Woche nach der Bundestagswahl: Eine kleine Wahlnachlese

  • Knopperz

    guck mal :
    http://t.co/dFlah1ITjA

    verbreiten bitte ;)

  • Was ist die “Finanzkrise”?

    “Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuß wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.”

    (aus “Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld”, 1916)

    20 Jahre später bezeichnete der “Jahrhundertökonom” J. M. Keynes in seiner “Allgemeinen Theorie (der Beschäftigung der Politik)” dieses Phänomen, das sich zwangsläufig aus der Verwendung von hortbarem Geld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion (Zinsgeld) ergibt, als “Liquiditätsfalle” – und beschrieb zwei Mittel, um sie hinauszuzögern: Erhöhung der Staatsverschuldung mit Ausgabe des Geldes für Projekte, die den Zinsfuß nicht senken (Löcher graben und wieder zuschaufeln, Kriegsrüstung, etc.), und Geldmengenausweitung.

    Was ist Politik?

    “Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.”

    Otto Valentin (“Warum alle bisherige Politik versagen musste”, 1949)

    Um aus der Liquiditätsfalle herauszukommen, gibt es bei der weiteren Verwendung von Zinsgeld nur eine Möglichkeit: Eine umfassende Sachkapitalzerstörung muss den Zinsfuß anheben. Diese früher sehr beliebte “Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln” konnte jedoch nur solange der “Vater aller Dinge” sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Was nun?

    Silvio Gesell: “Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen” (und eben nicht die ganz hohe Kunst, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld NICHT zu verstehen):

    Wohlstand für alle

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